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Pilze sammeln: Vorsicht vor Vergiftungen

17. September 2021

Kaum bricht der Herbst an, sieht man schon die ersten Pilzsammler, die mit ihren Körben im Wald unterwegs sind. Pilze sammeln ist bei Jung und Alt eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Die Bewegung an der frischen Luft ist in erster Linie natürlich gesund und zu empfehlen. Allerdings birgt das Hobby auch einige ernstzunehmende Risiken und Gefahren, gerade wenn man kein Experte ist.

Worin besteht die Gefahr?

In Deutschland gibt es ungefähr 6.000 Pilzarten, die man mit bloßem Auge erkennt. Unter diesen Arten gibt es allerdings ungefähr 150 Pilzarten, die giftig und somit für Menschen gefährlich sind. 16 Arten können sogar tödlich sein.

Die meisten Speisepilze haben einen Doppelgänger, der fast genauso aussieht, aber ungenießbar oder gar giftig ist. Die Verwechslungsgefahr ist sehr groß und eine eindeutige Identifizierung des Pilzes ist nicht immer möglich. Deshalb gilt grundsätzlich: Sind Sie sich nicht hundertprozentig sicher, dass es ein ungefährlicher Speisepilz ist, sollten Sie ihn lieber stehen lassen. Selbst nach dem Informieren in Pilzbüchern ist keine Sicherheit garantiert.

Die Farben sehen in Fachbüchern oft anders aus als in der Natur und einige Merkmale sind nur nach jahrelanger Erfahrung eindeutig erkennbar. Außerdem kann das Aussehen des Pilzes durch die Witterung deutlich vom eigentlichen Erscheinungsbild abweichen.

Im Zweifelsfall kann man den fraglichen Pilz auch in einem separaten Behälter sammeln und vor dem Verzehr bei einer Pilzberatungsstelle identifizieren lassen, um eine Verwechslungsgefahr auszuschließen.

Grundsätzlich sollte der Sammelbehälter immer luftdurchlässig sein, denn auch in Speisepilzen können sich bei falscher Lagerung Giftstoffe bilden.

Auswirkungen und Hilfe bei Pilzvergiftungen

Ein nasser Sommer führt zu einem pilzreichen Herbst. Dies bedeutet aber zwangsläufig auch mehr giftige Pilze. Die meisten und gefährlichsten Vergiftungen durch Pilze in Europa sind auf den grünen und weißen Knollenblätterpilz zurückzuführen. Ein einzelner Knollenblätterpilz kann bereits tödlich sein.

Die Symptome nach dem Verzehr von Giftpilzen können auch erst nach acht bis 24 Stunden auftreten. Diese können Übelkeit, krampfartige Bauchschmerzen, Halluzinationen, Erbrechen oder auch Durchfall sein. Schlimmstenfalls können die Giftstoffe zu Leber- und Nierenversagen führen und somit tödlich sein.

Hausmittel wie Milch oder Salzwasser trinken schaffen keine Abhilfe und können die Beschwerden sogar noch verschlimmern. Bei dem Verdacht auf eine Vergiftung ist das Giftinformationszentrum zu kontaktieren. Falls möglich sollte man die Pilzreste sichern und wenn nötig auch das Erbrochene sammeln, um eine Identifizierung des Pilzes zu ermöglichen. So können die Ärzte die bestmöglichen Gegenmaßnahmen ergreifen.

Jahrelange Erfahrung im Pilze sammeln ist nicht durch Fachbücher oder Apps zu ersetzen. Im Zweifelsfall ist also immer ein sachkundiger Pilzsammler zu Rate zu ziehen, damit man keinen giftigen Doppelgänger erwischt. Wenn man diese Richtlinien beachtet, steht dem Sammelspaß im Herbst nichts im Wege.
 

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