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Heilkräutersuche: Vorsicht vor Verwechslungen

06. Mai 2021

Essbare Kräuter sind besonders im Frühling auf fast allen Wiesen zu finden. Bei den folgenden Heilkräutern sollten Sie jedoch etwas achtgeben, um diese nicht mit ähnlichen, aber giftigen Gewächsen zu verwechseln.

Der Bärlauch

Wer im Frühjahr unterwegs ist, kann diesen bereits im Februar in feuchten und schattigen Wäldern antreffen. Bärlauch ist sehr beliebt als Gewürzkraut bei allen, die dessen knoblauchartigen Geruch und Geschmack lieben. Ganz zu Unrecht wurde das würzige Wildkraut vom Knoblauch verdrängt. Bärlauch ist eine schon seit Jahrtausenden bekannte, starke Heilpflanze, der nachgesagt wird, Blutdruck- und Cholesterinwerte senken zu können und der sogar gegen Arteriosklerose wirken soll. Er wirkt außerdem entgiftend und blutreinigend und soll wegen seines Vitamin C-Gehaltes und der ätherischen Öle gegen die Frühjahrsmüdigkeit helfen. Auch die Darmflora kann dieser wieder in Ordnung bringen. So sagt man. Am Neckar in Eberbach, wird in jedem Frühjahr dem Bärlauch sogar eine eigene Veranstaltung gewidmet - die „Eberbacher Bärlauchtage“.
Bärlauch ist vielseitig verwendbar. Sowohl als Gewürz, Salat, Gemüse als auch in Pastasoßen und Kräuterquark. Man kann diesen jedoch ebenfalls mit Spinat und Giersch zusammen als Gemüse verarbeiten - einfach köstlich im Geschmack! Als Trockengewürz ist die Pflanze jedoch nicht geeignet, da Bärlauch dann alle seine guten Kräfte verliert. Wer Bärlauch als Heilmittel verwenden will, isst während des Frühlings für 4 - 6 Wochen täglich eine Handvoll frischer Blätter.

Verwechselt werden kann Bärlauch mit dem giftigen Maiglöckchen, der Herbstzeitlose und dem Aronstab, welche ähnlich lange, schmale Blätter haben. So vermeidet man eine Verwechslung: Am sichersten geht das über den Geruchstest. Einfach ein paar Blätter zerreiben. Diese verströmen nämlich einen unverwechselbaren knoblauchartigen Geruch. Wer ganz vorsichtig sein will, kann das Wildkraut auch im eigenen Garten anbauen.

Wiesenkerbel und wie man diesen vom giftigen Schierling unterscheidet

Wiesenkerbel wird zur Blutreinigung und Entgiftung und im Frühjahr auch gerne für eine Kur genutzt. Die Pflanze soll gegen Verdauungsbeschwerden, Leber- und Nierenleiden wirken und Appetitlosigkeit vertreiben. Ihre Wildform wächst gerne in den süddeutschen Bundesländern sowie in Österreich und Polen, und zwar vor allem an Waldrändern und in lichten Wäldern. Verwendet werden kann dieser für Suppen (Kerbelcremesuppe), in Soßen, Eier- und Quarkspeisen als auch für leckere Füllungen.

Wie man den Wiesenkerbel vom giftigen Schierling unterscheidet: Von den Blüten und vom Blattwerk her sind die beiden Pflanzen nicht so einfach zu unterscheiden. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist stattdessen der Stängel, der beim Wiesenkerbel nicht gefleckt ist, beim Schierling hingegen mit braunvioletten Flecken versehen ist. Doch Vorsicht: Eine Ausnahme bildet hier der giftige Wiesenschierling, der an Ufern wächst und eben keine Flecken aufweist. Daher sollten Sie Wiesenkerbel niemals an Ufern pflücken. Wer auch hier auf Nummer sichergehen will, baut seinen Wiesenkerbel und seine Heilkräuter einfach selbst im Garten an.

Mehr Gesundheitsinformationen finden Sie auf www.gesundinformiert.de.

 

 

Referenzen

Kostbare Natur (o. J.). Bärlauch. Link
Purle, Torsten (2020). Kerbel. Link
Labahn, Gesa (2018). Wildkräuter und giftige Doppelgänger: nicht verwechseln! Link