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Heuschnupfen: Jetzt im Herbst zur Hyposensibilisierung

02. November 2021

Jeder vierte Deutsche leidet an Heuschnupfen. Spätestens im Frühling haben die Betroffenen mit juckenden, tränenden Augen, einer verstopften Nase und Niesen zu kämpfen. Sobald dann die Temperaturen steigen, fliegen noch mehr Pollen in der Luft, was sogar zu chronischem Husten oder Atemnot führen kann. 

Langfristige Abhilfe bei Heuschnupfen schafft nur eine Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt. Durch die Immuntherapie gewöhnt sich der Körper an die allergenen Substanzen und reagiert nicht mehr allergisch darauf. 

Damit die Therapie den gewünschten Erfolg erzielt, sollte man Anfang Herbst mit der Hyposensibilisierung beginnen, denn dann fliegen kaum noch Pollen. Bereits im Dezember oder Januar kann der Pollenflug von Frühblühern wie Erle oder Hasel wieder einsetzen. Deshalb bietet sich der Herbst als optimaler Startzeitpunkt der SIT an. Eine Hyposensibilisierung wird vor allem Patienten empfohlen, bei denen Heuschnupfen-Medikamente die Beschwerden nicht ausreichend lindern konnten.

Ablauf der Hyposensibilisierung 

Bei der subkutanen Immuntherapie wird der jeweilige Allergenextrakt mehrmals in den Oberarm gespritzt. Die Dosis wird hierbei nach und nach bis zur Maximaldosis erhöht. Durch die langsame Steigerung der Dosierung gewöhnt sich der Körper an die Substanz und eine Resistenz wird gebildet. Zunächst wird das Allergen dem Körper wöchentlich zugeführt, nach Erreichen der Höchstdosis wird diese weiterhin in monatlichen Abständen injiziert.  

Wenn Betroffene Angst vor Spritzen haben, gibt es auch die Möglichkeit einer anderen Immuntherapie bei Heuschnupfen: die sublinguale Therapie. Hierbei wird das Allergen in flüssiger Form oder als Tablette unter die Zunge appliziert. Allerdings eignet sich diese Form nicht für Menschen mit Asthma und anderen Erkrankungen, die die Atemwege, das Herz-Kreislauf-System oder das Immunsystem betreffen. 

Menschen, die Betablocker einnehmen, Krebs haben oder schwanger sind, dürfen sich keiner der beiden möglichen Hyposensibilisierungen unterziehen.

Nebenwirkungen der Hyposensibilisierung

Die Nebenwirkungen einer Immuntherapie halten sich in Grenzen, denn es handelt sich um ein sicheres Verfahren. Es können Reaktionen wie Niesen oder Augentränen auftreten. Vor allem zu Beginn der Hyposensibilisierung kann es zu Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz an der Einstichstelle kommen. Bei der subkutanen Immuntherapie muss der Patient noch eine halbe Stunde nach Injektion in der Praxis zur Beobachtung bleiben. Am Tag der Anwendung sollte auf Sport sowie Alkohol verzichtet werden. 

Erfolg der Hyposensibilisierung

Allgemein gilt: je früher mit der Therapie begonnen wird, desto wirksamer ist sie. Die Hyposensibilisierung von Heuschnupfen wirkt besonders gut, wenn die Allergie erst seit kurzem besteht. Bei beiden Arten der Hyposensibilisierung ist eine Besserung bereits im ersten Jahr möglich. 

Um die volle Wirkung zu entfalten, dauert es aber meist zwei bis drei Jahre. Nach der Immuntherapie ist es zudem sehr unwahrscheinlich, dass der Heuschnupfen zu einer Asthma-Erkrankung führt. Auch das Risiko einer Kreuzallergie, also die Gefahr, auf weitere Substanzen allergisch zu reagieren, wird minimiert. 
Eine Hyposensibilisierung lohnt sich also auf jeden Fall. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, sollte man jetzt im Herbst damit starten.


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