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Tipps zur Behandlung von Hautflechte-Arten

03. Februar 2026

Viele haben den Begriff schon einmal gehört, aber was ist eigentlich eine Hautflechte? Ist das überhaupt ein korrekter medizinischer Begriff? Ist jede Hautveränderung direkt eine Flechte, und wie unterscheidet man harmlose trockene Stellen von behandlungsbedürftigen Infektionen?

Hier finden Sie eine Einordnung möglicher Symptome und Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Hautflechte zu Behandlung, Ansteckung und Risikofaktoren.

Was ist eine Hautflechte?

Der Begriff „Hautflechte“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hauterkrankungen, die mit Rötungen, Schuppung und teilweise Knötchenbildung einhergehen. Historisch gesehen leitet sich der Name von den Flechten in der Natur ab, da die betroffenen Hautstellen oft eine ähnliche, raue Oberflächenstruktur aufweisen.

Eine Hautflechte ist also keine einzelne Krankheit mit einer einzigen Ursache. Es handelt sich vielmehr um ein Symptom-Muster, das durch Pilze, Viren, Bakterien oder Autoimmunreaktionen ausgelöst werden kann.

Hautflechte-Arten im Überblick

1. Die Röschenflechte (Pityriasis rosea)

Dies ist eine der häufigsten Formen, die vor allem junge Erwachsene betrifft. Sie beginnt oft mit einem einzelnen, größeren „Mutterpatch“ (Primärmedaillon) am Rumpf, gefolgt von vielen kleinen, linsengroßen Herden. Die Ursache ist nicht vollständig klar, liegt aber vermutlich in einer Reaktion auf eine vorangegangene Virusinfektion (Herpesviren).

Das Hauptsymptom ist eine leichte Schuppung. Die Röschenflechte ist also oft eine Hautflechte ohne Jucken oder nur mit sehr mildem Reiz.

2. Die Knötchenflechte (Lichen ruber planus)

Bei der Knötchenflechte handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Haut und Schleimhäute. Sie äußert sich durch flache, rötlich-violette Knötchen, die oft stark jucken. Sie tritt oft an den Handgelenken, Knöcheln oder im Mundraum auf.

Die Ursache liegt in einer Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem die eigenen Hautzellen angreift.

3. Die Schuppenflechte (Psoriasis)

Obwohl die Schuppenflechte das Wort „Flechte“ im Namen trägt, ist die Psoriasis eine chronisch-entzündliche Systemerkrankung. Typisch sind silbrig-weiße Schuppen auf scharf begrenzten, roten Hautarealen. Häufig betroffene Stellen sind Ellbogen, Knie und Kopfhaut.

Psoriasis auf der Haut – typisches Erscheinungsbild einer Schuppenflechte
Foto von: Department of Neurology, Wakayama Medical University, 811-1 Kimiidera, Wakayama 641-8510, Japan.

4. Pilzbedingte Hautflechten (Tinea / Dermatomykosen)

Wenn umgangssprachlich von einer Hautflechte gesprochen wird, ist oft ein Hautpilz gemeint. Diese Form ist besonders relevant, da sie im Gegensatz zu den oben genannten Formen ansteckend ist.

Dermatophytosis auf menschlicher Haut, ringförmige Rötung als typisches Symptom einer Pilzinfektion
Foto von Asumipal, Wikimedia Commons. Lizenz CC BY-SA 4.0.

Hautpilze sind weitaus verbreiteter, als viele vermuten. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa jede/r vierte in Europa mindestens einmal im Leben mit einer Pilzinfektion der Haut oder der Nägel zu tun hat. Wenn wir im Zusammenhang mit einer Hautflechte von Pilzen sprechen, meinen wir meistens die sogenannten Dermatophyten.

Diese Organismen ernähren sich von Keratin. Das ist das Protein, aus dem unsere oberste Hautschicht, unsere Haare und unsere Nägel bestehen. Sobald ein Pilzsporen-Kontakt stattfindet, versucht der Pilz, in die Hornschicht einzudringen. Gelingt ihm das, bildet er ein fadenförmiges Geflecht (Myzel) aus. Die typische Ringform einer Pilzflechte entsteht dadurch, dass der Pilz von der Mitte aus nach außen wandert, um frisches „Futter“ (Keratin) zu finden. Während das Zentrum oft langsam abheilt, bleibt der Rand rot und aktiv.

Die Infektion erfolgt nicht nur durch direkten Kontakt mit infizierten Menschen oder Haustieren. Pilzsporen sind sehr widerstandsfähig und können lange auch in der Umwelt überleben. Klassische Infektionsquellen sind Feuchträume wie Saunen, Schwimmbäder und Gemeinschaftsduschen, sowie gemeinsam genutzte Gegenstände wie Handtücher, Bettwäsche, Sportschuhe

Ist eine Hautflechte ansteckend?

Pilzbedingte Flechten: Hohes Ansteckungsrisiko!

Das wichtigste vorweg: Wenn Sie bei sich kreisrunde, rote Flecken bemerken, die sich zum Rand hin ausbreiten, könnte ein Hautpilz vorliegen. In diesem Fall ist Vorsicht geboten: Teilen Sie keine Handtücher, Kleidung oder Bürsten mit anderen Familienmitgliedern, bis die Diagnose geklärt ist.

Wenn eine Flechte durch Dermatophyten (Hautpilze) verursacht wird, ist sie hochgradig ansteckend. Die Übertragung erfolgt hier über mikroskopisch kleine Pilzsporen. Diese können durch direkten Hautkontakt von Mensch zu Mensch, aber auch über infizierte Haustiere (oft Meerschweinchen oder Katzen) übertragen werden. Auch eine Schmierinfektion über geteilte Handtücher, Barfußlaufen im Schwimmbad oder gemeinsam genutzte Sportmatten ist ein häufiger Infektionsweg.

Röschenflechte: Keine Gefahr für Mitmenschen

Bei der Röschenflechte (Pityriasis rosea) können wir Entwarnung geben: Sie ist nicht ansteckend. Obwohl Expert:innen vermuten, dass eine vorausgegangene Virusinfektion (ähnlich einem grippalen Infekt) der Auslöser für die spätere Hautreaktion ist, findet keine Übertragung der Flechte selbst auf andere Personen statt. Sie müssen sich also nicht isolieren, wenn Sie unter dieser Form leiden.

Knötchenflechte und Schuppenflechte: Immunologische Ursachen

Sowohl die Knötchenflechte (Lichen ruber) als auch die Schuppenflechte (Psoriasis) sind nicht ansteckend. Diese Erkrankungen entstehen im Körperinneren durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Da keine Erreger wie Bakterien oder Viren nach außen abgegeben werden, besteht selbst bei engem körperlichem Kontakt keinerlei Risiko für Freund:innen oder Familienmitglieder.

Zusammenfassung: Wann ist Vorsicht geboten?

Flechten, die durch äußere Erreger (wie Pilze) entstehen, erfordern Hygienemaßnahmen. Flechten, die durch eine Reaktion des eigenen Immunsystems entstehen, sind für andere völlig harmlos. Im Zweifel hilft ein Abstrich, um die Behandlung der Hautflechte sicher zu planen.

Art der FlechteAnsteckend?Übertragungsweg
RöschenflechteNeinVermutlich immunologische Reaktion
KnötchenflechteNeinAutoimmunprozess
SchuppenflechteNeinGenetisch bedingte Entzündung
Pilzflechte (Tinea)Ja!Kontakt mit Hautschuppen, Tieren oder Textilien

Symptome: Woran erkenne ich eine Hautflechte?

Die Symptome variieren je nach Typ, doch es gibt klassische Anzeichen, auf die Sie achten sollten:

  1. Rötungen: Die Haut ist verfärbt, oft scharf abgegrenzt.
  2. Schuppung: Die Oberfläche wirkt rau, trocken oder kleieartig schuppend.
  3. Juckreiz: Viele Formen verursachen einen quälenden Juckreiz, aber es gibt auch die Hautflechte ohne Jucken.
  4. Veränderte Hautstruktur: Die Haut kann sich verdicken (Lichenifikation) oder kleine Knötchen bilden.

Hautflechte ohne Jucken – ein Grund zur Entwarnung?

Nicht jede Flechte muss jucken. Besonders die Röschenflechte verläuft bei vielen Patient:innen fast symptomfrei, abgesehen von der optischen Veränderung. Dennoch sollten Sie auch schmerzlose Hautveränderungen beobachten. Wenn die Stellen über Wochen bestehen bleiben, sich ausbreiten oder nässen, ist ein Besuch beim Hautarzt, der Hautärztin oder eine Beratung in Ihrer Apotheke vor Ort ratsam.

Behandlung der Hautflechte: Was hilft wirklich?

Die Behandlung der Hautflechte richtet sich immer nach der Ursache. Eine Pilzinfektion benötigt völlig andere Wirkstoffe als eine entzündliche Röschenflechte.

Medizinische Wirkstoffe und Cremes

  • Antimykotika: Bei pilzbedingten Flechten kommen Cremes, Sprays oder Gele mit Wirkstoffen wie Clotrimazol oder Bifonazol zum Einsatz. Diese töten den Pilz ab oder hemmen sein Wachstum.
  • Kortisonpräparate: Bei stark entzündlichen Formen wie der Knötchenflechte helfen kortisonhaltige Salben, die Entzündung zu stoppen und den Juckreiz zu lindern.
  • Rückfettende Basispflege: Bei fast allen Arten ist eine gute Hautbarriere entscheidend. Urea (Harnstoff) oder Panthenol helfen, die Haut geschmeidig zu halten und die Heilung zu unterstützen.

Strategien zur Selbsthilfe

Neben der medikamentösen Therapie können Sie selbst viel zur Genesung beitragen:

  • Hautschonung: Vermeiden Sie zu heißes Duschen und aggressive Seifen. Nutzen Sie stattdessen pH-hautneutrale Waschsyndets.
  • Stressabbau: Viele Flechten (insbesondere die Knötchenflechte) reagieren sensibel auf psychische Belastungen. Entspannungstechniken können den Heilungsprozess unterstützen.
  • Kein Kratzen: Auch wenn es schwerfällt: Kratzen schädigt die Hautbarriere weiter und kann zu bakteriellen Sekundärinfektionen führen.

Weiterführende Informationen und Tipps für den Alltag

  • Textilien: Tragen Sie bei akuten Flechten lockere Kleidung aus Baumwolle oder Seide, um Reibung zu vermeiden.
  • Hygiene: Bei ansteckenden Flechten sollten Handtücher bei mindestens 60 °C gewaschen werden.
  • Ernährung: Eine zinkreiche Ernährung kann die Regeneration der Haut unterstützen.

Wann sollten Sie zum Arzt/Ärztin oder in die Apotheke?

Hautveränderungen sind oft schwer selbst zu diagnostizieren. Eine Verwechslung zwischen einem harmlosen Ekzem, einer trockenen Hautstelle und einer infektiösen Flechte ist schnell passiert.

Suchen Sie professionellen Rat, wenn:

  • die Hautveränderungen großflächig auftreten.
  • starker Juckreiz oder Schmerzen bestehen.
  • die betroffenen Stellen nässen oder eitern.
  • Kinder oder ältere Menschen betroffen sind.

Ihre Apotheke vor Ort ist hierfür eine hervorragende erste Anlaufstelle. Die Expert:innen dort können oft bereits durch eine Sichtprüfung einschätzen, ob ein frei verkäufliches Präparat (z.B. eine leichte Pilzcreme oder eine beruhigende Lotion) ausreicht oder ob eine ärztliche Abklärung nötig ist.

Fazit: Keine Panik bei Hautflechten

Eine Hautflechte ist in den meisten Fällen gut behandelbar und oft harmlos. Wichtig ist, die verschiedenen Hautflechte-Arten zu kennen, um richtig reagieren zu können. Während eine Hautflechte ohne Jucken oft von selbst abheilt, erfordert die Behandlung einer Hautflechte, die durch Pilze verursacht wurde, Geduld und Konsequenz.

Achten Sie auf Ihre Haut und nehmen Sie erste Anzeichen ernst. So verhindern Sie eine weitere Ausbreitung und sorgen dafür, dass Ihr größtes Organ schnell wieder gesund wird.

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