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Corona-Infektion trotz doppelter Impfung

02. November 2021

Die zweite Impfung liegt mehr als zwei Wochen zurück und trotzdem ist der Corona-Test positiv. Wie kann das sein? Wenn sich eine vollständig geimpfte Person mit Covid-19 infiziert, spricht man von einem Impfdurchbruch. 

Doch diese Impfdurchbrüche sind normal und bereits bei den Zulassungsstudien war bekannt, dass sich Menschen trotz doppelter Impfung anstecken können. Auch andere Impfstoffe haben keinen 100-prozentigen Schutz, weshalb es immer wieder zu Impfdurchbrüchen kommen kann. So bedeutet eine Wirksamkeit von 95 Prozent, dass nach vollständiger Impfung die Wahrscheinlichkeit einer Infektion um 95 Prozent geringer ist als ohne Impfung. Eine gewisse Unsicherheit ist bei Impfungen also immer dabei, da sich trotz Impfung immer noch einige Menschen anstecken.

Wie kommt es zu den Impfdurchbrüchen?

Noch immer entscheiden sich täglich viele Menschen für eine Impfung. Mit höherer Impfquote steigt in Relation auch die Zahl an Impfdurchbrüchen. Deshalb wird nun vermehrt von Infektionen trotz doppelter Impfung berichtet.

Die Delta-Variante des Corona-Virus ist laut einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) mittlerweile für 99,9 Prozent der Infektionen in Deutschland verantwortlich. Diese Variante ist viel ansteckender als die ursprüngliche Form des Virus und erhöht somit auch die Anzahl der Infizierten trotz doppelter Impfung. 

Zudem halten sich viele vollständig Geimpfte nicht mehr so streng an die Hygieneregeln und sind so gefährdeter für eine Infektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, auch nach doppelter Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltagsmasken, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) weiterhin einzuhalten.

Die Antikörper, welche durch eine Impfung im Körper aufgebaut werden, werden mit der Zeit weniger. Das bedeutet, dass der Impfschutz nach und nach abnimmt. Die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, wird also höher, je länger die zweite Impfung zurückliegt.

Wer ist besonders gefährdet?

Das Risiko einer Infektion trotz Impfung ist nicht bei allen Menschen gleich groß. Ein geschwächtes Immunsystem macht es den Corona-Viren einfacher, in den Körper einzudringen. Mit steigendem Alter wird das Immunsystem schwächer und kann mit bisher unbekannten Erregern weniger gut umgehen. Die Gefahr eines Impfdurchbruchs ist also höher. Teilweise schlägt die Covid-19-Impfung hier nicht so effektiv an wie bei jüngeren Menschen. Somit kann kein lang anhaltender und verlässlicher Schutz aufgebaut werden. 

Doch vollständig Geimpfte haben einen klaren Vorteil im Fall einer Infektion. Im Gegensatz zu ungeimpften Personen nehmen sie die Corona-Erkrankung kaum wahr oder haben nur sehr milde Symptome. Auch bei älteren Menschen schützt die doppelte Impfung vor einem schweren oder gar tödlichen Verlauf. Deshalb ist eine Impfung trotz der Gefahr eines Impfdurchbruchs unbedingt zu empfehlen.


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