Foto: Matt Seymour, Unsplash

So gesund ist Sauna im Winter

23. Dezember 2020

Wer in die Sauna geht, tut damit nicht nur seinem Körper viel Gutes. Das Schwitzbad übt auch auf gestresste Gemüter eine beruhigende Wirkung aus. Welche Vorteile Sauna im Winter noch hat, können Sie in diesem Beitrag nachlesen.

Sauna und Saunieren

Das wohltuende und gesundheitsfördernde Schwitzbad wird im Allgemeinen als Erfindung der Skandinavier angesehen. Denn das finnische Wort Sauna bedeutet "Schwitzstube". Doch wo genau die erste Sauna gestanden hat, weiß man nicht. Manche Wissenschaftler vermuten ihren Ursprung in Osteuropa, andere im Norden Ostasiens. Unbestritten ist jedoch, dass die Finnen das Baden in bis zu 80 Grad heißer Luft erst zu dem gemacht haben, was es heute ist. Seine positive Wirkung beruht auf dem Sauna-Effekt: Die starke Hitze sorgt für eine Erweiterung der Gefäße im Körper, was die Durchblutung fördert. Der Saunierende beginnt zu schwitzen.

Damit die Körpertemperatur in der Sauna nicht zu stark ansteigt, kühlen ungefähr drei Millionen Schweißdrüsen die Haut. Gleichzeitig werden schädliche Stoffe aus dem Körper ausgeleitet. Die Erhöhung der Hauttemperatur um 10 Grad auf 40 Grad und der Körperkerntemperatur um einen Grad auf ungefähr 38 Grad täuscht dem Immunsystem Fieber vor. Weil dieses üblicherweise Folge einer Infektion ist, reagiert die menschliche Immunabwehr mit der vermehrten Freisetzung von Abwehrstoffen. Weitere Folgen des Sauna-Effekts sind eine starke Muskelentspannung und eine erhöhte Herz- und Atemfrequenz. In der sich anschließenden Abkühlungsphase werden die erwärmten Atemwegsschleimhäute gekühlt. Die erweiterten Blutgefäße verengen sich wieder.

Wirkung der Sauna im Winter

Der Sauna-Effekt wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus.

  • Weil die Saunahitze dem Abwehrsystem Fieber vortäuscht, wird es sofort in den Alarmzustand versetzt. Die vermehrte Ausschüttung von Interferon hält eindringende Krankheitserreger in Schach.
  • Der ständige Wechsel zwischen Hitze und Kälte ist ein gutes Training für Ihre Immunabwehr. So können Sie sich noch besser vor grippalen Infekten und anderen Infektionskrankheiten schützen.
  • Leiden Sie an einer Winterdepression, reagiert Ihr Gehirn auf das im Winter fehlende Licht. Sie sind traurig und fühlen sich müde und erschöpft. Mit regelmäßiger Sauna im Winter setzen Sie sich warmem Licht aus, das wie Sonnenlicht die Laune verbessert.
  • Doch auch wenn Sie in der dunklen Jahreszeit nicht niedergeschlagen sind, kann sich das Saunieren positiv auf Ihre Befindlichkeit auswirken. Allein der Gedanke, sich damit eine Auszeit vom Alltagsstress zu gönnen, kann Ihnen frische Kraft geben.
  • Die Sauna im Winter verbessert durch den Wechsel zwischen heiß und kalt Ihre Durchblutung und macht Ihre Blutgefäße elastischer. Sie frieren nicht mehr so schnell und beugen zugleich Bluthochdruck vor.
  • Über die Haut werden Giftstoffe aus dem Körper entfernt.
  • Nicht von Entzündungen verursachte Schmerzen, etwa durch Arthrose, lassen sich durch regelmäßiges Saunieren verringern.

Was Sie beim Saunieren beachten sollten

Um optimal von Ihrem Saunagang im Winter zu profitieren, nehmen Sie sich am besten einen halben Tag lang Zeit. Auch nach dem Saunieren sollten Sie keine stressigen Termine wahrnehmen. Duschen Sie vor Ihrem ersten Saunagang, ist Ihre Haut noch ein wenig feucht und gerät nicht sofort ins Schwitzen. Außerdem ist ein warmes Fußbad eine gute Vorbereitung auf die bevorstehende Hitze. Drei Saunadurchgänge von jeweils acht bis zehn Minuten reichen völlig aus. So überfordern Sie Ihr Herz nicht. Ruhen Sie sich nach dem Aufguss noch ein wenig aus, bevor Sie die Kabine verlassen: Ihr Körper muss sich erst an den großen Temperaturunterschied gewöhnen.

Die sich anschließende Abkühlungsphase gehen Sie ebenfalls langsam an. Beginnen Sie Ihren kalten Guss an Ihrem rechten Fußgelenk und arbeiten Sie sich über Ihre Beine und Arme zum Herzen hoch. Benutzen Sie das Tauchbecken möglichst nur einige Sekunden lang. Ruhen Sie sich später aus, decken Sie sich am besten mit einem Duschtuch oder Bademantel zu. So vermeiden Sie es, zu stark auszukühlen und sich für den nächsten Durchgang erwärmen zu müssen. Weil Ihr Körper durch die Sauna viel Flüssigkeit verliert, sollten Sie ihm diese danach langsam wieder zuführen. Haben Sie eine akute Infektion, lassen Sie den Gang in die Sauna lieber ausfallen.

Mehr Gesundheitsinformationen zum Thema Herz-Kreislauf finden Sie hier.

 

Referenzen

Klein, Laura (2019). So gesund ist Sauna im Winter. Link
NaturThermeTemplin (o. J.). Richtig saunieren. Link