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Verbrüht – was tun? Sofortmaßnahmen im Notfall

06. Februar 2026

Eine Verbrühung gehört zu den häufigsten Unfallarten im Haushalt und passiert oft in Sekundenbruchteilen. Ein Moment der Unachtsamkeit beim Kochen, ein umgestoßener Becher mit heißem Kaffee oder aufsteigender Dampf – schon ist es passiert. Die Schmerzen sind unmittelbar, und viele Betroffene sind im ersten Moment verunsichert.

Die entscheidende Frage lautet dann: Was muss man bei einer Verbrühung genau tun? Wie man in den ersten Minuten reagiert, kann den weiteren Heilungsverlauf maßgeblich beeinflussen. Richtiges Handeln in dieser Phase lindert den Schmerz, begrenzt die Hautschädigung und reduziert das Risiko für Infektionen und Narbenbildung.

Was zählt zu einer Verbrühung?

Von einer Verbrühung spricht man, wenn Haut oder Schleimhäute durch heiße Flüssigkeiten oder Dampf geschädigt werden. Im Gegensatz zu einer klassischen Verbrennung durch Feuer oder heiße Gegenstände verteilt sich die Hitze bei einer Verbrühung oft großflächig und wirkt innerhalb weniger Sekunden auf die Haut ein. Genau deshalb werden Verbrühungen im Alltag häufig unterschätzt.

Typische Ursachen für eine Verbrühung sind zum Beispiel:

  • Kochendes oder sehr heißes Wasser, zum Beispiel beim Abwaschen oder beim Kochen
  • Aufsteigender Wasserdampf, etwa beim Kochen in Töpfen oder beim Öffnen von Dampfgarern
  • Heiße Getränke wie Kaffee oder Tee, die versehentlich verschüttet werden
  • Heiße Suppen, Soßen oder Fett, die beim Umrühren oder Servieren auf die Haut gelangen

Wie schwer die Haut geschädigt wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind dabei vor allem:

  • die Temperatur der Flüssigkeit oder des Dampfes
  • die Dauer des Kontakts mit der Haut
  • die betroffene Körperstelle, da empfindliche Areale schneller reagieren

Besonders gefährdet sind dünne Hautbereiche wie Gesicht, Hals oder Hände. Auch bei Kindern und älteren Menschen kann eine Verbrühung schneller tiefergehende Hautschäden verursachen, da die Haut dort empfindlicher ist.

Sofortmaßnahmen bei einer Verbrühung

Nach einer Verbrühung kommt es auf schnelles, aber richtiges Handeln an. Ziel ist es, die Hitze aus der Haut zu leiten und weitere Schäden zu verhindern.

Die wichtigsten Schritte sind:

  • Hitzequelle sofort entfernen und den Kontakt mit der heißen Flüssigkeit beenden
  • Nasse Kleidung vorsichtig ausziehen, sofern sie nicht an der Haut klebt
  • Kühlen mit fließendem Wasser für etwa 10 bis 20 Minuten (handwarmes Wasser)
  • Steril abdecken, um die Haut vor Keimen und Reibung zu schützen

Beim Kühlen gilt: Eis oder Kühlakkus können die Haut zusätzlich schädigen und sollten nicht direkt aufgelegt werden. Besonders bei größeren Verbrühungen ist Zurückhaltung wichtig, um eine Unterkühlung zu vermeiden.

Sterile Wundversorgung mit Einmalhandschuhen und sterilem Verbandmaterial
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Brandwunden behandeln – warum der Schweregrad entscheidend ist

Wie eine Brandwunde behandelt wird, hängt in erster Linie davon ab, wie tief die Haut geschädigt ist. Nicht jede Verbrühung ist gleich schwer, und die richtige Einschätzung des Schweregrades ist entscheidend für eine effektive und komplikationsfreie Heilung.

Oberflächliche Verbrühungen, auch als Verbrennungen ersten Grades bezeichnet, zeigen sich meist durch Rötung, leichte Schwellung und ein brennendes Gefühl. Die Haut bleibt intakt, Blasen entstehen nicht. In diesen Fällen reicht es häufig aus, die betroffene Stelle zu kühlen und anschließend mit feuchtigkeitsspendenden oder kühlenden Präparaten zu pflegen. Diese Maßnahmen lindern den Schmerz, fördern die Regeneration der Haut und verhindern, dass sich die Rötung verschlimmert.

Treten hingegen tiefergehende Hautschäden auf, ist die Situation deutlich komplexer. Verbrennungen zweiten Grades betreffen die oberen Hautschichten und können mit Blasenbildung einhergehen. Typische Anzeichen dafür sind unter anderem:

  • Deutliche Schmerzen, die auch nach dem Kühlen anhalten
  • Nässende Haut, teils mit Flüssigkeitsansammlungen in Blasen
  • Blasenbildung, die das darunterliegende Gewebe schützt
  • Eingeschränkte Beweglichkeit, da Spannung oder Schwellung die Bewegungen behindern

In diesen Fällen ist eine sorgfältige Wundversorgung besonders wichtig. Die Wunde sollte sauber gehalten, vor Keimen geschützt und bei Bedarf mit geeigneten Verbänden abgedeckt werden. Eine fachgerechte Behandlung reduziert das Risiko von Infektionen und Narbenbildung deutlich. Zudem sollte die Wunde regelmäßig kontrolliert werden, um Veränderungen wie Eiterbildung oder zunehmende Rötung frühzeitig zu erkennen.

Brandblase – wann geht sie auf und wie sollte man sich verhalten?

Brandblasen entstehen, wenn sich Flüssigkeit zwischen den Hautschichten sammelt. Sie sind ein typisches Anzeichen für eine tiefergehende Verbrühung und dienen als natürlicher Schutz der darunterliegenden Haut. Viele Betroffene fragen sich im Ernstfall, ob man eine Blase öffnen sollte oder lieber nicht. Die klare Empfehlung lautet: Brandblasen niemals absichtlich aufstechen. Ein vorsätzliches Öffnen erhöht das Infektionsrisiko und verzögert die Heilung.

Die Blase wirkt wie ein natürlicher Verband. Sie schützt die Wunde vor Keimen, verhindert Austrocknung und unterstützt die Regeneration der Haut. In der Praxis kann Folgendes passieren:

  • Kleinere Blasen ziehen sich oft innerhalb weniger Tage von selbst zurück und heilen ab, ohne dass eingegriffen werden muss.
  • Größere Blasen können durch Bewegung, Druck oder Reibung unbeabsichtigt aufplatzen. In diesem Fall ist eine sorgfältige Wundversorgung notwendig, um Infektionen zu vermeiden.

Solange die Blase geschlossen ist, sollte sie sauber abgedeckt und vor mechanischer Belastung geschützt werden. Geeignete Wundauflagen, die die Blase schonend schützen, erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Dort kann man Ihnen auch erklären, welche Produkte sich besonders gut für Brandblasen eignen und wie sie korrekt angewendet werden, um die Heilung zu unterstützen.

Offene Brandblase behandeln – darauf kommt es an

Ist eine Brandblase bereits aufgegangen, steigt das Infektionsrisiko. Jetzt kommt es vor allem auf Hygiene und eine geeignete Wundpflege an.

Hände waschen unter fließendem Wasser am Waschbecken
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Bewährt haben sich folgende Maßnahmen:

  • Hände gründlich waschen oder desinfizieren
  • Wunde vorsichtig mit sterilem Wasser reinigen
  • lose Haut nicht gewaltsam entfernen
  • antiseptische Wundauflagen verwenden
  • Verband regelmäßig wechseln

Wichtig: Beobachten Sie die Wunde genau. Zunehmende Rötung, Eiter, starke Schmerzen oder Fieber sind Warnzeichen und sollten medizinisch abgeklärt werden. Apotheken vor Ort unterstützen Sie bei der Auswahl geeigneter Produkte und geben praktische Hinweise zur Anwendung.

Verbrennung: Haut weiß – ein wichtiges Warnsignal

Erscheint die Haut nach einer Verbrühung weiß, sehr blass oder lederartig, ist Vorsicht geboten. Diese Veränderung kann darauf hindeuten, dass tiefere Hautschichten oder Nerven betroffen sind. Auffällig ist, dass solche Stellen manchmal weniger schmerzen als oberflächliche Verletzungen.

Typische Warnzeichen sind:

  • weiße oder graue Hautfarbe
  • trockene, gespannte Haut
  • Taubheitsgefühl
  • fehlende Schmerzempfindung

In solchen Fällen sollte nicht selbst behandelt werden. Eine ärztliche Abklärung ist dringend erforderlich.

Wann ärztliche Hilfe notwendig ist

Nicht jede Verbrühung erfordert einen Arztbesuch, doch in bestimmten Situationen ist professionelle Hilfe wichtig. Dazu zählen unter anderem:

  • großflächige Verbrühungen
  • Verletzungen im Gesicht, an Händen oder Füßen
  • ausgeprägte Brandblasen
  • weiße oder taube Hautstellen
  • Verbrühungen bei Kindern oder älteren Menschen

Im Zweifel gilt: lieber frühzeitig abklären lassen.

Unterstützung aus Ihrer Apotheke vor Ort

Viele leichtere Brandwunden lassen sich gut ambulant versorgen. Apotheken sind dabei eine wichtige Anlaufstelle. Sie erhalten dort nicht nur passende Produkte, sondern auch eine individuelle Beratung zur richtigen Anwendung und Wundpflege.

Fazit: So behandelt man Verbrühungen richtig

Eine Verbrühung ist schmerzhaft, aber mit dem richtigen Wissen gut beherrschbar. Wer schnell kühlt, Brandblasen richtig behandelt und Warnsignale wie weiße Haut ernst nimmt, kann die Heilung aktiv unterstützen und Komplikationen vermeiden.